Mittwoch, 26. Juni 2013

Erste-Hilfe-Training

Vor etwa einer Woche musste ich beruflich ein Erste-Hilfe-Training machen. Ich habe vor 2 Jahren bereits einen 2-tägigen Kurs besucht, darum war nur eine eintägige Auffrischung notwendig. Wer Erste-Hilfe-Kurse kennt weiß, dass man meist keine 8 Stunden braucht, aber die Zeit irgendwie absitzen muss, sonst macht die Berufsgenossenschaft (die, die Kosten eines solchen Kurses übernimmt) Stress, oder sowas in der Art.

Also standen Putzfrau Brigitte (Warum sie immer bei so Sachen teilnimmt, ist mir ein Rätsel...), ein weiterer Kollege und ich morgens um 8 Uhr gut gelaunt und pünktlich auf der Matte der Einrichtung, die uns die näxten 8 Stunden unseres Lebens rauben würde. Mit "gut gelaunt" meine ich übrigens richtig scheiße drauf und mit "pünktlich", dass ich natürlich ein paar Minuten zu spät kam und ich nicht in der Lage war, den Ausbildungsraum eigenständig zu finden. Glücklicherweise hat Brigitte mich bereits am Fenster erwartet und liebevoll nach mir geschrien. Damit wusste ich immerhin in welchem Stockwerk die Tortur ihren Lauf nehmen würde. Natürlich war nur noch der Platz neben Brigitte frei. War mir auch ganz lieb so, mit ihr wird es immerhin nie langweilig.

Unsere ca. 300 Pfund schwere Ausbilderin, oder wie Brigitte sie nannte "fette Sau", deren Name mir leider wieder entfallen ist, stellte sich vor und erzählte ein wenig über sich:
"Ich bin eine Frohnatur ausm Ruhrpott, genauer gesagt aus Essen, der Heimatstadt von Atze Schröder, also kann es heute auch etwas lustiger werden!" Wurde es nicht.
"Bei mir um die Ecke liegt Grevenbroich, da kommt der Horst Schlämmer her, Schätzelein!" Natürlich sagte sie das in einem nahezu originalgetreuen Horst Schlämmer-Tonfall, der die Hälfte des Saales zum lachen brachte. Brigitte und mich nicht.
Es ist schon interessant, wenn man sich damit brüstet aus der Nähe der Geburtsstätte einer Kunstfigur zu stammen. Ich lebe in Bingen, bei mir um die Ecke liegt Büdesheim, da kommt der Superheld Captain Streetfighter her. Kennt ihr nicht? Achso, der ist ja auch ne fiktive Figur, mit ausgedachtem Lebenslauf. Ich hab sie zwar gerade erst erfunden, aber ich bin verdammt stolz drauf. Ok... Der Vergleich hinkt gewaltig, aber es dürfte klar sein was ich meine.

Meinen lieben Kollegen interessierte das schon gar nicht mehr. Er war bereits eingeschlafen und lehnte sich geschickt hinter seinen Nebenmann um nicht von der Frohnatur entdeckt zu werden. Er hatte zwei Tage Nachtdienst hinter sich, darum war ihm das nachzusehen. Im Laufe des ganzen Tages werden übrigens seine einzigen Aktionen sein, pünktlich zu jeder Pause stramm zu stehen und einmal eine völlig seltsame, unverständliche Frage über Defibrilatoren zu stellen. Ansonsten blieb er den ganzen Tag unentdeckt. Glückspilz.

Bis zur Mittagspause wurde ziemlich viel wiederholt und die stabile Seitenlage geübt. Der hagere, ca. 60-jährige, 1,50 große Mann tat mir Leid, als er unsere Frohnatur in die stabile Seitenlage bringen durfte. Sämtliche Vergleiche mit "Umweltschützer" und "Wale zurück ins Meer ziehen" unterlasse ich einfach und überlasse es den Ambitionen des Lesers daraus einen Witz zu formen, der auf der Arbeit am Kaffeeautomaten zum Lacher der Woche werden kann.

Meine Mittagspause verbrachte ich mit Brigitte in der Innenstadt. Wirklich verwunderlich, dass Brigitte 50% der Leute aus Bingen zu kennen scheint. Noch verwunderlicher ist nur, dass fast alle "Du Arschloch" heißen.

Nach der Mittagspause war es Zeit für meine Paradedisziplin: Reanimation!
Reanimation durften wir mit Musik üben, um die richtige Geschwindigkeit für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung hinzubekommen. Die erste Hilfe Puppe "Anne" ließ alles still über sich ergehen. Jeder war mal dran, außer mein geschätzter Kollege, der es scheinbar geschafft hat, im Schlaf mit dem Rest des Raumes eins zu werden und somit für Moby Dick unsichtbar war. Ich durfte 5 Minuten zu "Stayin' Alive" meine Reanimationskünste vorführen, leider ohne Erfolg. Anne blieb regungslos. Dafür gabs Applaus der umstehenden und ein paar geplatzte Adern an der Unterlippe, die vom übertriebenen beatmen herzurühren schienen. Brigitte durfte zu "Highway to Hell" die Reanimation durchführen. Passenderweise ihr Lieblingslied. Wäre die Puppe ein Mensch gewesen, hätte sie keine ungebrochene Rippe mehr im Leib gehabt und eine geplatzte Lunge. AC/DC lässt Brigitte zu Höchstleistungen auflaufen. Sollte sie jemals gefilmt werden, während sie zu "Thunderstruck" putzt, hätten wir bald einen neuen Youtube-Star.

Der Rest des Tages ging eher schleppend vorbei und als wir endlich das Erste-Hilfe-Training verließen, behauptete mein Kollege noch, dass es sehr lehrreich gewesen sei. Naja, ich weiß ja auch nicht, wovon er geträumt hat...

Mittwoch, 19. Juni 2013

Es wird Sommer

Was ist das?








Richtig! Das ist das Farbspekrum der Polohemden, die wieder vermehrt von Männern getragen werden, wenn es Sommer wird.

Das ist endlich mal wieder die Gelegenheit junge FDPler auch an der Kleidung zu erkennen. Wie gerne würde ich einmal zu einem solchen Liberalen hinmarschieren und ihm den Kragen am Polohemd einfach runterklappen. Gibt es denn kein Gesetz, das solche Modesünden verbietet?

Noch schlimmer sind eigentlich nur die bedruckten Polohemden von KiK, Takko, etc... Ich frage mich welche kreativen Köpfe hinter diesen vollkommen aussagefreien Aufdrucken stecken. Die würfeln da einfach irgendein Standardrepertoire an Wörtern zusammen, das genau zwischen sinnvoll und unsinnig liegt. Denim Beach League Polo Worldwide Star Street, dann noch ne Zahl obendrauf und alles ist paletti. Schrecklich.

Wo wir gerade bei Modesünden sind. Wer kam überhaupt auf die glorreiche Idee Jogginghosen und Lederjacken zu kombinieren? Kommt das vom Autofahren? Untenrum schön bequem und obenrum lässig und cool...
Ich merke schon, ich sollte ein Fashion- und Lifestyleblog starten. Die Vorraussetzungen dafür sind offensichtlich gegeben.

Samstag, 15. Juni 2013

Schnäppchen! Schnäppchen! Schnäppchen!

Endlich! Heute war es so weit! Der Tag auf den alle gewartet haben. Bei Rewe konnte man mit Coupons Megaschnäppchen machen.
"Kaufen sie 3 zahlen sie 2!"
"Wir schenken ihnen bei einem Einkauf über 30 Euro 5 Euro!"
etc...
Alle haben darauf gewartet! Alle? Nein, nicht ganz... Ich wusste davon nichts.

Eigentlich hätte ich heute gar nicht erst aufstehen sollen. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht verspürte ich heute morgen einen leichten Brechreiz. Diesem gab ich auch prompt nach. Schön wars nicht und vor allem unnötig. Wie sagt Oma Osram immer: "Trinke nie zuviel, denn die letzte Flasche die umfällt, könntest du selbst sein." Schlaue Worte. Werde ich demnächst bestimmt berücksichtigen.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber gibt es eigentlich ein schöneres Gefühl als morgens unter der Dusche ganz relaxed an sich selbst runterzukotzen? Die Bröckchen werden dann noch mit dem großen Zeh durchs Syphon gedrückt und alles ist palletti...
Ähäm, zurück zum Thema...

Auf jeden Fall hat diese blöde deutsche Schnäppchenmentalität dazu geführt, dass ich für 3 Brötchen, 2 Bananen und eine Flasche Wasser 30 Minuten in dieser Einkaufshölle verbringen durfte. Davon alleine 20 Minuten an der Kasse...

Dort durfte ich so spannenden Gesprächen lauschen wie:
Frau 1: "Die Romina is einszweiundsechzig und ihr Freund is einszweiundneunzig."
Frau 2: "Des is ja toll! Die hats geschafft!"
Was Romina mit der Wahl eines 30 Zentimeter größeren Lebensabschnittsgefährten geschafft hat, ging aus der Unterhaltung leider nicht hervor. Hmm...

Irgendwann sollte man als Mensch doch endlich lernen vernünftig zu konsumieren. Damit meine ich, dass man das kauft was man braucht und nicht mehr.
Was geht in Menschen vor die Gedanken hegen wie:
 "Was will ich mit drei Packungen Schmierwurst? Ich esse nie Schmierwurst, aber wenn man mir beim Kauf von dreien eine schenkt, hab ich doch ein Riesengeschäft gemacht. Da nehm ich die doch besser mal."
Solche Rabattaktionen sorgen doch dafür, dass man den Kühlschrank völlig übertrieben füllt und nach einer Woche die Hälfte angeschimmelt wegschmeißt. Jaja, ich weiß. Es gibt Menschen, die solche Angebote wahrnehmen und nicht völlig übertreiben, aber keiner kann mir erzählen, dass das der Großteil ist.

Im Grunde wollen wir doch alle sparen. Aber mit dem Kauf von etwas, das ich nicht brauche oder verwerte, nur weil ich etwas dazu geschenkt bekomme, ist doch der Sinn des Sparens verfehlt, oder?

Ich habe eine Bitte: Lernt vernünftig zu konsumieren und springt nicht auf solche blöden Rabattaktionen an. Denn wenn der Einkauf der Schlacht von Helms Klamm ähnelt, ist es echt ätzend.

PS: Es ist bereits ziemlich spät und ich bin noch ziemlich angeschlagen. Darum bitte ich sämtliche, eventuellen Kommafehler zu entschuldigen.