Dienstag, 29. Januar 2013

Seltsames Beamtendeutsch

Meine Oma hat vor kurzem einen Brief von der Rentenkasse erhalten. Dieser war so seltsam formuliert, dass ich zuerst mal googeln musste, was die von der Rentenkasse eigentlich wollten. Dabei bin ich auf ein paar sehr witzige Beamtendeutsche Formulierungen gestoßen, bei denen ich mir mehr als einmal an den Kopf fassen musste... 

Die einmalige Zahlung wird jedem Berechtigten nur einmal gewährt.
(Gesetz über die Anpassung von Versorgungsbezügen) 


Welches Kind erstes, zweites, drittes Kind usw. ist, richtet sich nach dem Alter des Kindes.
(Bundesanstalt für Arbeit) 


Persönliche Angaben zum Antrag sind freiwillig. Allerdings kann der Antrag ohne die persönlichen Angaben nicht weiterbearbeitet werden.
(Formular im Postgirodienst) 


Ausfuhrbestimmungen sind Erklärungen zu den Erklärungen, mit denen man eine Erklärung erklärt.
(Protokoll im Wirtschaftsministerium)


Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet.
(Kommentar zum Bundeskostenreisegesetz) 


Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.
(Unterrichtsblätter für die Bundeswehrverwaltung) 


Es ist nicht möglich, den Tod eines Steuerpflichtigen als dauernde Berufsunfähigkeit im Sinne von § 16 Abs. 1 Satz 3 EstG zu werten und demgemäß den erhöhten Freibetrag abzuziehen.
(Bundessteuerblatt)  


Nach dem Abkoten bleibt der Kothaufen grundsätzlich eine selbständige bewegliche Sache, er wird nicht durch Verbinden oder Vermischen untrennbarer Bestandteil des Wiesengrundstücks, der Eigentümer des Wiesengrundstücks erwirbt also nicht automatisch Eigentum am Hundekot.
(Fallbeispiel der Deutschen Verwaltungspraxis)


Ein Ehemann hat in der Regel seinen Wohnsitz dort, wo sich seine Familie befindet (BFH BstBL 85, 331). Ein Verschollener hat seinen Wohnsitz bei der Ehefrau. (FG Düsseldorf EFG 58, 144).
(Kommentar zur Abgabenordnung von Klein/Orlopp) 


Besteht ein Personalrat aus einer Person, dann erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.
(Info des Deutschen Lehrerverbandes Hessen) 


Der Wertsack ist ein Beutel, der aufgrund seiner besonderen Verwendung nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden.
(Merkblatt der Deutschen Bundespost) 


Kunststoff-Fenster mögen zahlreiche Vorteile haben, insbesondere in bezug auf Wartung und Pflege - Holz hat den Vorteil, nicht aus Kunststoff zu sein.
(Urteilsbegründung des LG München)


Samstag, 26. Januar 2013

Das Winterfest der fliegenden Stars

Ja, ich stehe auf Schlager. Ich stehe auch auf alle Feste der Volksmusik und auf den Musikantenstadl, darum gebe ich jetzt auch mal dem Winterfest der fliegenden Stars eine Chance.

Wahrscheinlich gibts da total viel Après-Ski-Hits und ich beginne nach fünf Minuten zu brechen, aber da ich heute eh arbeiten muss, kann ich mich genausogut auch quälen.

Präsentiert wird das Ganze natürlich von niemand geringerem als Florian Silbereisen!
Florian Silbereisen. Nicht zu verwechseln mit Joko Winterscheidt
20:10 Ich habe mir eine Packung Milchkoalas bereitgelegt. Es kann losgehen.

20:14 Meine Knusperkoalas sind leer. Das kann ja heiter werden...

20:15 Es beginnt pünktlich mit der Eurovisionshymne. Ich erhebe mich natürlich.

20:17 Nach kurzem Intro betritt Florian Silbereisen (der Einfachheit halber nenne ich ihn von nun an nur noch Flori) die Bühne. Flori trägt einen blauen Glanzanzug mit blauem T-Shirt darunter und weiße Schuhe. Mutig. Mutig, aber trotzdem hässlich.

20:18: Ok. Bei der Show geht es offensichtlich darum, dass "Stars" von einer mickrigen Rampe im Studio springen. Egal, ob mit Skiern oder anderen lustigen Geräten. Da bin ich ja mal gespannt.

20:21 Der erste Auftritt. Natürlich DJ Ötzi. Ich habe Lust den Fernseher auszuschalten und alles abzubrechen. Die Knusperkoalas geben schon Pfötchen.

20:25 DJ Ötzi. Erbärmlich.

20:27 DJ Ötzi findet das hier alles intergalaktisch gut. Depp.

20:28 Zwei Promis betreten die Bühne. Ein Boxweltmeister (???) und ein Schauspieler. Ich kenne beide nicht und konnte mir leider auch nicht die Namen merken. Jedenfalls werden sie gleich springen.

20:30 Marijke Amado und Christoff singen einen Song. Mit Playback kennt sich Marijke Amado ja aus.

20:36 Der Schauspieler (Albert heißt er. Habe ich gerade rausgehört) ist gesprungen. Ich werde die Sprünge nicht weiter kommentieren, da es sich dabei nur um ein schlichtes "ins Luftkissen fallen lassen" handelt.

20:39 Eine neue Version des "Fliegerliedes" wird nun präsentiert. Es heißt "Skifliegerlied". Was tue ich mir hier eigentlich an...?

20:46 Karl Dall kommt und beleidigt erst mal DJ Ötzi "DJ Ötzi! Ich kenn dich noch aus deiner Glanzzeit!". Endlich wirds interessant.

20:48 Flori singt mit einer Musicaldarstellerin ein Wintermedley. Ich geh mir was neues zum Knabbern holen.

20:51 Ich habe Spekulatius gefunden. Puh... Was für ein Glück.

20:56 STEFAN MROSS!! Endlich kommen die richtigen Schlagerstars!

















21:03 Jens Weißflog wird gleich im Springen gegen einen sehr stark österreichisch sprechenden 9-Jährigen antreten. Dieses arme Kind muss in Österreich aufwachsen. Für was gibts eigentlich Amnesty International?

21:06 Der Punkrocker unter den Schlagerstars hat endlich seinen Auftritt. Hubsi Trenkwalder!

21:15 Es folgen 2 relativ langweilige Sprünge. Der 9-Jährige verliert im direkten Vergleich gegen Jens Weißflog. Ich verstehe die Kriterien zwar nicht, aber das Publikum hat per Klatschen entschieden. Was ist denn aus dem Kinderbonus geworden? Währenddessen bindet sich Karl Dall hinter der Bar ab. Da könnte man glatt neidisch werden.

21:18 Kinderballett... Schrecklich.

21:21 Der (traurigerweise) bisher schönste Dialog:
Flori: "Karl, ich muss dich um etwas mehr Seriosität bitten!"
Karl Dall: "..."
Flori: "Ja, guck nicht so!"
Karl Dall: "Ich kann nicht anders gucken!"

21:23 Der Comedygott Eckart von Hirschhausen betritt die Bühne und bringt einen seiner berühmten Stand-Ups. Die öffentlich Rechtlichen haben zwar keine Werbepausen, aber zum Glück solche Künstler. Ich geh mal zur Toilette.

21:33 Habe gerade mit Oma Osram telefoniert. Sie hat gemeint, sie hätte noch nie so eine schreckliche Sendung gesehen und muss jetzt abschalten. Aufgrund großen Desinteresses und der Tatsache, dass ich noch ein bisschen was arbeiten muss, muss ich das Ganze jetzt leider auch abbrechen. Ich bin ja immer dafür, dass meine Gebührengelder für Schlagersendungen verschleudert werden, aber das ist zuviel des Guten. Schade eigentlich. Vielleicht das näxte Mal Flori.

Mein Fazit ist:

Manchmal sind Schlagersendungen einfach wie eine Schachtel Rasierklingen. Du isst sie alle auf und verblutest jämmerlich von innen.

In diesem Sinne, schönen Abend noch
Pater O.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Tschüss, Kurt

Tja, jetzt ist es vorbei. Mein Landesvater, Kurt Beck streicht die Segel. Ministerpräsident war er für mich, seit ich zurückdenken kann. 18 Jahre sind ja auch eine verdammt lange Zeit. Ich bin zwar jetzt kein überzeugter SPD-Anhänger, aber grade Papa Kurt hat auf mich, durch seine Menschlichkeit und seine (nicht zu knapp vorhandenen) Fehler, einen gewissen Charme ausgeübt. Die Nürburgring-Pleite war jetzt zwar keine Glanzleistung, aber wenn man sich mal anschaut, was da aktuell in Berlin abgeht. Irgendwie sollte man doch vor dem Bau wissen, dass so ein Flughafen brandschutztechnisch nicht mit 2 Feuerlöschern und einem zum Notausgang umgebauten Fenster auskommt, aber gut...
Ich hoffe jetzt nur, dass bei der näxten Landtagswahl nicht Julia Klöckner wieder auf der Matte steht und auch noch gewinnt, die kann ich nämlich leiden wie sauren Rhabarberkompott!



Dienstag, 15. Januar 2013

Wir lieben Lebensmittel und Pater Osram

Hier übrigens mal eine kurze Liebeserklärung an die nette Edeka-Kassiererin von vorhin:

Heute Mittag stand ich im Edeka an der Kasse. Hinter mir stand ein Typ mit fettigen Haaren und Klamotten, die bestimmt seit mehreren Wochen keine Waschmaschine, geschweige denn etwas anderes als das RTL-Mittagsprogramm gesehen haben. Nach 7 Tagen dreht der wahrscheinlich auch seine Unterhose einfach auf links, damit er sie noch eine Woche länger tragen kann. In seinem Einkaufswagen befanden sich eine Packung Bockwürstchen und 4 Päckchen Hubertus-Tropfen, auch Pennerglück oder Zündkerzen genannt.
Jedenfalls fährt mir besagter Typ plötzlich mit dem Einkaufswagen in die Hacken und brummelt: "Ey! Du kannst auch ma en Meter vorgehen. So schwer kann das doch nit sein!"
Gut. Ich hätte ein Stück vorgehen könne, aber dann hätte ich leider der älteren Dame vor mir ihren Einkaufswagen in die Seite rammen müssen. Also teilte ich ihm freundlich mit, dass das nicht möglich ist. Das wurde mit einem Grummeln und einem bösen Blick quittiert.
Daraufhin sah mich die ansonsten sehr höfliche Edeka-Kassiererin (die bestimmt über 50 ist) grinsend an und sagte: "So ein Wichser!".
Der Typ hats leider oder eher glücklicherweise nicht gehört. Wahrscheinlich war er gedanklich schon bei "Mitten im Leben"...

Sonntag, 13. Januar 2013

Xonk

Neulich habe ich auf ebay nach alten Zonk-Stofftieren gesucht. Was mir da unter den ähnlichen Suchbegriffen angezeigt wurde, zauberte mir kurz ein Schmunzeln ins Gesicht.

Wahrscheinlich plant Xavier Naidoo ein neues Projekt mit dem allseits beliebten Stofftier aus den 90er Jahren. Nach Xavas jetzt also auch noch Xonk? Das kann ja heiter werden...

Freitag, 11. Januar 2013

Schlapp

Bei diesem Wetter fühle ich mich leicht schlapp. Schlapp im Sinne von müde und abgeschlagen. Es ist ja auch nicht wirklich kalt, sondern eher so irgendwie kühl. Kühl im Sinne von frisch. Weihnachten und Silvester haben wir in kurzen Hosen bei 14 Grad gefeiert und Anfang Januar habe ich knapp eine halbe Stunde mit T-Shirt im Hof gestanden.

Trotzdem bin ich nicht ganz fit. Nicht ganz fit im Sinne von Matt.
Gestern habe ich meine zweite Wurzelbehandlung hinter mich gebracht und habe anschließend bis heute Mittag um 12.30 Uhr geschlafen. Schlimm war die Wurzelbehandlung nicht, aber trotzdem bin ich immer noch nicht ausgeschlafen. Liegt wahrscheinlich wirklich am Wetter. Ab Sonntag soll es endlich kälter werden. Kälter im Sinne von sibirisch. Ich glaube noch nicht so recht daran. Solange alte Männer im T-Shirt noch auf RTL mit einem V-Zeichen in die Kamera winken, ist es nicht kalt.

Heutzutage muss man immer alles "im Sinne" von irgendetwas erklären. Spießig im Sinne von bieder. Alt im Sinne von verbraucht. Neu im Sinne von originalverpackt. Neulich beim Friseur saß eine Frau, die hatte dicke Beine im Sinne von auf den Kopf gestellten Bowlingpins, die aussahen, als hätte man sie an den Schuhen abgeschnürt und mit Wasser gefüllt. Sie gab die Anweisung, die Haare rechts ein bisschen kürzer zu schneiden, weil sie das letzte mal aussah, wie eine Filialleiterin. Filialleiterin war hier abwertend gemeint.

Solange Rentner im T-Shirt V-Zeichen machen und Frauen rechts zu viel Haare haben und dadurch in ihrem Selbstwertgefühl auf Filialleiterin abgestuft werden, kann man doch sagen, dass dieses Land auf einem guten Weg ist. Obwohl man ja immer öfter hört, dass es "im Kessel" brodelt. Dabei liegen die meisten deutschen Städte gar nicht in einem Kessel. Naja, solange man weiß, wie es gemeint ist.

Schlußendlich geht es doch darum. Wissen wie es gemeint ist, rechts zu viele Haare am Kopf und V-Zeichen. Also ich habs verstanden.

Samstag, 5. Januar 2013

Kleiderhaufen

Heute morgen bin ich mit der Erkenntnis erwacht, dass ich mal wieder aufräumen sollte. Der Kleiderhaufen auf der rechten Seite meines Betts hat schon ungeahnte Höhen erreicht. Da ich allerdings zu faul bin das Zeug zu waschen, hänge ich es wahrscheinlich einfach wieder in den Schrank. Man kennt das ja, man hat ein Hemd oder einen Pullover einmal getragen und anschließend weiß man nicht wohin damit. Dreckig ist so ein Pulli nach einmal tragen ja noch nicht, oder? Genauso ist es doch mit Hosen. Man trägt doch eine Hose nicht eine Woche am Stück, sondern wechselt ab. Zumindest mach ich das so. Jetzt stellt sich die Frage, wohin mit der einmal getragenen Hose, wenn man sich eine andere anzieht? Da ist doch so ein Kleiderhaufen recht praktisch. Wie machen das eigentlich Paare? Da sind ja beide Betthälften in Benutzung...